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Abnehmen: Ist lowcarb wirklich zu fettreich?

Du möchtest Deine Ernährung umstellen um abzunehmen? Vielleicht probierst Du es nach der Logi Methode. Die Empfehlung lautet, die Kohlenhydrate etwas zu reduzieren.  Aber Du fragst Dich jetzt: „was ess ich denn nun?“

Du isst anstatt der Kohlenhydrate etwas mehr Eiweiß und vielleicht etwas mehr Fett. (Es kommt natürlich darauf an, wie viel Du da schon isst.) Bei vielen kann die Fettmenge so bleiben, nur die Fettqualität muss verbessert werden. (Also die Auswahl der Fette und Öle). Viele aber haben jahrelang fettarm gelebt und haben regelrecht Angst vorm Einsatz von Fetten. Ich habe Dir hier sieben Fakten zusammen gestellt, die Dir die Angst vorm Fett nehmen sollen.

Nachdem Du die Kohlenhydrate, sprich Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln und vor allem Zucker und Zuckerhaltiges etwas heruntergeschraubt hast, solltest Du die Fette (langsam) erhöhen, wenn Du vorher fettarm gelebt hast. Aber nicht nur das, Du erhöhst auch etwas den Eiweißanteil. (Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse.) Dabei solltest Du auf gute Herkunftsquellen achten. Am besten aus der Region, wenn Du kannst, aus Bio-Qualität. So sind schon ein Teil der Kohlenhydrate durch das Eiweiß erhöht. Nun haben wir noch ein wenig Platz für mehr Fett.

Fakt 1: Mach bloß nicht den Fehler beim Abnehmen, und esse wenig Kohlenhydrate UND fettarm!

Das wäre nicht so gut. Okay, ich gebe zu, es gehört etwas Mut dazu. Denn das Fett ist uns jahrelang als sehr „böse“ verkauft worden. Als Dickmacher. Und nun soll alles anders sein? Fett essen und schlank werden? Ich hatte auch zuerst meine Bedenken, und mein Autopilot erst recht. Zu lange habe ich fettarm gelebt… Inzwischen funktioniert es richtig gut, und nachdem sich das auch auf der Waage bemerkbar machte, konnte ich jegliche Zweifel über Bord werfen.

Natürlich ist es eine Frage der Menge. Es ist jetzt nicht so, dass ich fettige Sachen rund um mich zu futtere. Man soll es jetzt nicht übertreiben. Wenn du abnehmen willst, dann zählt immer noch eins:

Diese Sache mit dem Defizit:

Du isst weniger, als Du verbrauchst. Sonst geht die Rechnung nicht auf.

Insgesamt ist es so, dass die Fette erhöht, aber gleichzeitig die Kohlenhydrate herunter gefahren werden. Das würde bedeuten, dass du zum Frühstück anstatt zwei Scheiben Vollkornbrot nur noch eine halbe Scheibe isst, dafür aber ein Ei mehr und haufenweise Gurke, Tomate, Radieschen etc. dazu. Ist das ein Deal?

Fakt 2: Fett braucht kein Insulin

Immer wenn Du Kohlenhydrate isst, muss Dein Körper Insulin ausschütten. Dieses Hormon behindert aber Deine Fettverbrennung und fördert Deine Fetteinlagerung. Einfach ungünstig, wenn Dein Ziel „Abnehmen und Körperfettanteil senken“ heißt.

Also verschieben wir einfach mal die Makros. (Das sind die Nährstoffe Kohlenhydrat, Fett, Eiweiß) und sorgen dafür, dass Dein Körper sich brav an den Fettreserven bedient. Und das er möglichst nicht gestört wird dabei.

Fettarm macht auch nicht viel Spaß, da spreche ich aus Erfahrung. Wenn ich daran denke, wieviel trockenes Knäckebrot ich früher aß. Bah. Und nie richtig satt wurde. So aß ich immer und immer wieder… Zwar nur Diät-Zeugs, aber in der Summe viel mehr an Kalorien wie geplant.

Und dabei muntere Insulinattacken provoziert habe, und stundenlang doch kein Fett verbrennen konnte. Das sich die Strategie „fettarme Reduktionskost“ als echt harte Nummer herausstellt, ist denke ich jedem bekannt. Zumindest dem, der jemals versucht hat, auf diesem Wege abzunehmen.

Fakt 3: Fett ist ein Geschmacksträger

Fettarm schmeckt einfach nicht! So hältst du nicht lange durch. Wenn Du eine größere „Fett-Reduzier-Aktion“ geplant hast, ist es schlauer, eine Kost zu wählen, die Dich glücklich und zufrieden macht. So kannst Du langsam abnehmen mit Genuss.

Fakt 4: Fettlösliche Vitamine und andere Faktoren

Bei einer fettarmen Kost bist du unterversorgt mit Vitaminen, zumindest mit den fettlöslichen. Gute Laune und Zufriedenheit? Gar nicht dran zu denken! Kein Wunder, ist doch Fett einer der Baustoffe für Hormone und Zellen und dadurch auch für viele Abläufe und Funktionen wichtig. (und es gibt noch mehr wichtige Funktionen, unter anderem ist Fett nun mal Dein Basistreibstoff für alle Körperfunktionen, einschließlich der Bewegung im niedrig bis mittelintensiven Bereich. Außerdem schützt Fett Deine Organe vor Wärme und Kälte, hält sie als Baufett an der richtigen Stelle, und, und, und…

Fakt 5: Die gesamte Kalorienbilanz ist entscheidend für Deine Abnahme!

Zwar haben die Fette neun Kalorien pro Gramm, aber Du trinkst das Fett ja nicht literweise, oder? Eine Mahlzeit besteht niemals nur aus Fett. Somit ist entscheidend wie viel Kalorien die gesamte Mahlzeit beinhaltet. Und wie viel Du letztendlich verbrauchst.

Immer noch ein schlechtes Gewissen?

Bitte nicht, in dem Moment wo Du Dein leckeres Olivenöl-Dressing über Deinen Salat träufelst. Oder Dir Deinen kurz gebratenen Lachs schmecken lässt. Oder Dir anstatt des fettreduzierten Gummikäse den 45%igen kredenzt. Genieße es. Mit allen Sinnen! Es macht Dich satt und es macht Dich glücklich. Nur glücklich hältst du die Reduktionsphase durch.

Fakt 6: Nur künstlich gehärtete Fette sind ungesund

Genau, so ist es. Es gibt die so genannten „Transfettsäuren“. Es sind aber nur die künstlich gehärteten, die es Deinen Gefäßen schwer machen. Sie sind industriell gefertigt und sorgen dafür, das die Masse (die verkauft werden soll) starr und dadurch knusprig wird. Kekse, Backwaren mit und ohne Überzug, crunchige Müslis, Chips, die in diesem Fett ausgebacken sind, etc… Die Starrheit dieser Fette ist durchaus erwünscht, den sie sorgt dafür, dass die Backwaren und Lebensmittel schön knackig bleiben. Für unsere Gefäße sind diese Fette der Supergau. Scheißegal, Hauptsache die Verkaufszahlen stimmen…

Es sind übrigens nur die künstlich hergestellten Transfette, die Probleme machen. Die wenig natürlich vorkommenden „Transen“, die sich im Verdauungstrakt von Wiederkäuern bilden und in geringen Mengen in deren Fleisch, vollfetter Milch und Milchprodukten vorkommen (CLA) scheinen sogar positive Wirkungen zu haben. Unter anderem für den Fettabbau. Hört mal an!

Fakt 7: Wieviel wovon?

Ich rate in meinen Beratungen meist zu der Esslöffel-Methode. Das hier ist nur eine sehr allgemeine Empfehlung, die funktioniert, wenn man wirklich nach dem Teller-Modell ist. (Also den Löwenanteil der Mahlzeit aus der Stufe eins der Logi-Pyramide: Gemüse, Obst und Pilze). Eine genauere Angabe kann ich nur dann machen, wenn ich die genauen Daten der zu beratenden Person vor mir habe.

Einen Esslöffel Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl oder ein Mix daraus für den Salat, einen Esslöffel zum anbraten (da eignet sich Butterschmalz, Schweineschmalz oder Kokosöl) und einen Esslöffel (Kräuter-)Butter für Dein Gemüse zum verfeinern des Geschmacks. Ich finde, es gibt kein Fett, das so den Geschmack eines Lebensmittels veredeln kann wie Butter. Es ist eine Köstlichkeit und dabei ein reines Naturprodukt, das ohne künstliche Härtung auskommt.

Außerdem ist es okay, sich für Milch und Milchprodukte mit normalem Fettgehalt zu entscheiden. Sie schmecken besser und machen länger satt. Auch bei Käse ist bis zu 45 % F.i.Tr. alles in Butter. 🙂 noch mehr Fett? Es gibt höhere Fettanteile beim Käse, 60% zum Beispiel. Das muss dann nicht sein, das ist dann doch zu kalorienreich. (Denke an Dein Defizit)

Mindestens einmal in der Woche sollte es ein leckerer Seefisch sein, der auch so richtig schön fett sein darf. In diesen Fetten verstecken sich die Omega-3-Fettsäuren. Diese helfen unter anderem beim abnehmen. Klingt paradox, ich weiß. Aber vertraue mir.

Fazit:

Du sparst bei dem Verzicht der Kohlenhydrate richtig viele Kalorien. Das bisschen Fett ist locker drin. Und es macht Deine Mahlzeit lecker und schön „rund im Mund“. Fett ist halt ein Geschmacksträger. Außerdem ist ein echter Logi-Teller immer mit einer riesigen Portion Gemüse/ Salat / Pilze ausgestattet. Oder auch mit einer gewissen Menge Obst. Das entzerrt die Bilanz, denn diese Freunde haben nur ganz wenige Kalorien. Zusammengezählt bist Du locker im Kalorien-Minus. Super und super-lecker.

Beim Fleisch darfst du aber auch gerne magere Sorten essen. Umso mehr Platz ist für ein hochwertiges, natives Öl (Olive, Raps, Walnuss, Leinöl) auf Deinem Teller. So isst Du ausgewogen und hast sogar noch Deine Omega-3 zu Omega-6 Bilanz verbessert.

Nun gibt es noch eine Frage zu klären:

Was passiert denn nun, wenn ich die Kohlenhydrate verringere und weiterhin fettarm esse?

Die meisten Menschen erhöhen nur ihren Eiweißanteil in der Nahrung, wenn sie die Kohlenhydrate minimieren.

Also wenig Kohlenhydrat und wenig Fett. So bekommst Du viel zu wenig Kalorien, Du hungerst!

Wenn man mehr Eiweiß zu sich nimmt, als der Körper für den Aufbau von Körperstrukturen benötigt, kann der Körper daraus dann im großen Stil Blutzucker herstellen, denn den verbrennt er am liebsten.

Für diese Art der Energiegewinnung braucht er wieder das Insulin, und Du hast gar nix gewonnen. (Fettverbrennung gebremst!)

Außerdem wird der Körper die Aminosäuren aus dem Eiweiß zur weiteren Energiegewinnung heranziehen. Was bleibt ihm anderes übrig, wenn Du ihm weder Kohlenhydrat noch Fett genug gibst?

Der Insulinspiegel hemmt die Fettverbrennung Deiner Pölsterchen, aber auch die Gewinnung von Energie aus dem Fett funktioniert nicht so richtig. (Es können sich nicht genügend Ketonkörper bilden, ein neues Thema demnächst…)

Man fühlt sich schlapp, übellaunig und gedämpft, fast wie unter Alkohol. Hinzu kommt, dass viel Ammoniak entsteht, wenn große Mengen Eiweiß verwertet werden müssen. (Das erklärt den Brain-fog, Gehirnnebel)

Das Schlimmste aber ist, all das bringt Dir nichts! Denn in dieser Stoffwechsellage verlierst du zwar Gewicht, aber vor allem Muskelgewebe!

Also keine Angst vor den guten Fetten.

Deine Sonja

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2 Gedanken zu “Abnehmen: Ist lowcarb wirklich zu fettreich?

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