Abnehmen und das Gewicht bleibt stehen

Abnehmen und das Gewicht bleibt stehen

Wer kennt das nicht? Es ist zum Verzweifeln, zum verrückt werden! Das höre ich in meiner Praxis immer wieder. Und auch ich kenn das ganz gut. Zuerst klappt die Abnahme super. Dann auf einmal bleibt der Zeiger der Waage stehen. Und das kann manchmal ganz schön lange dauern, bis sich wieder was tut.

Wie kann das nun sein? Du machst doch genau das, was vorher so gut funktioniert hat.

Glaube mir, es gibt dafür eine ganz logische Erklärung, auch wenn ich verstehen kann, dass Du denkst, alle haben sich gegen Dich verschworen und es soll jetzt einfach nicht mehr klappen…

Da es in der Ernährung nicht nur schwarz und weiß gibt, denke ich, dass es sich meist um eine Mischung aus mehreren Komponenten handelt. Aber schau selbst, ob Du Dich oder Dein Problem hier und da wieder erkennst.

Das Gewicht bleibt stehen, weil Du genau soviel verbrauchst wie Du isst

Ganz klar, Dein Grundumsatz sinkt mir der Abnahme. Dein Körper hat jetzt weniger Zellen zu versorgen, er braucht nicht mehr so viele Kalorien wie vorher mit dem höheren Gewicht. Was vorher noch ganz gut funktioniert hat, ist jetzt zuwenig. Du brauchst ein Defizit von ca. 7000 Kalorien, um ein Kilo abzunehmen. Dieses Defizit lässt sich jetzt nicht mehr so schnell herstellen.

Wenn Du sonst 1000 kcal am Tag sparen konntest, weil Dein Grundumsatz aufgrund Deines Gewichts noch ziemlich hoch war, ist es später schwerer, dieses einzusparen. Ich empfehle dieses Defizit aus der Ernährung (600 – 700 kcal sparen) und Bewegung (300 –  400 Kcal mehr verbrauchen) zu mischen.

Das Gewicht bleibt stehen, Weil Dein Körper sich anpasst und sich auf weniger Kalorien einstellt

Falls Du die „schnelle Nummer“ gewählt hat, und auf Nulldiäten schwörst, ist das hier die Erklärung: Dein Körper merkt sehr schnell, dass sich ein Ernährungs-Engpass  anbahnt, durch die Rückmeldung der Zellen im Gehirn. Also wird prompt reagiert. Hormone sorgen dafür, dass der Stoffwechsel direkt heruntergefahren wird und Dein Appetit wird gesteigert. So fällt es sehr schwer, sich zum Sport aufzuraffen und Du hast Heißhunger, der Dir das Durchhalten richtig schwer macht.

Dein Gewicht bleibt stehen, weil Du Dir die Muskulatur herunter hungerst

Nulldiät (oder einfach zu wenig Eiweiß zu essen) in einer Gewichtsreduktion ist der Tod für Deine Muskeln! Weil der Körper nun sehr „betriebswirtschaftlich“ denken und handeln muss, werden die größten Stromfresser, die Muskeln, heruntergebaut. Er muss haushalten mit seinen Reserven.

Außerdem wird ständig Eiweiß für Reparaturarbeiten am Körper benötigt. Bekommt der Körper in der Nahrung nicht genug davon, werden einfach die Muskeln angezapft. Indem der Körper sich so zu helfen weiß, und ständig kompensiert, wird Dein „Motor der Zellen“ immer kleiner. Das ist auch die Erklärung für den gefürchteten Jojo-Effekt: mit einem kleineren Motor kann man nicht mehr so viel verheizen wie mit dem großen Motor vor der Diät. So wird am falschen Platz abgebaut. Auf der Waage kannst Du es nicht feststellen, was nun weniger wird: es sollte schon das Fett sein und nicht die Muskeln, die eigentlich das Fett verbrennen sollen.

Das Gewicht bleibt stehen, weil Du nicht so viel Bewegung hast, wie sonst.

Das wird schnell mal übersehen: viel Arbeit oder ein fieberndes Kind, oder, oder, oder. Gründe, es in dieser Woche nicht zum Sport zu schaffen, gibt es genug. Somit hast Du einfach nicht so viel Energie verbraucht wie sonst und Dein Defizit von 7000 Kalorien ist einfach noch nicht erreicht. Viele nehmen als Maßstab ein Kilo Gewichtsverlust in der Woche. Es kann sein, dass du diesmal etwas länger brauchst, um dieses Defizit zu erreichen. Leicht wird das wirklich überschätzt, doch wenn man genau nachdenkt, weiß man dann woran es liegt und muss nicht an sich und seiner Ernährung zweifeln.

Manchmal ist es so, dass wenn genug Sport gemacht wurde aber auch unbewusst mehr gegessen wird. Auch darauf kann man achten, dass dann die Auswahl der Lebensmittel geschickt getroffen wird. Viel Gemüse und genug Eiweiß dazu.

Das Gewicht bleibt stehen, weil das Wochenende Dich zurückwirft

Leider kommt aber dann das Wochenende, und Du machst vielleicht ein paar kleine Ausnahmen? Das hat doch sonst auch nichts ausgemacht. Jetzt aber, mit sinkendem Grundumsatz ist das vielleicht genau das „Quentchen an der Waage“ (wortwörtlich 🙂  Das bedeutet: Du hast in der Woche ein schönes Defizit erreicht und würdest das Kilo abwerfen, aber das Wochenende wirft Dich regelmäßig wieder aus der Bahn. Das kann dann wirklich so sein, dass Du einfach drei Wochen für Dein Kilo brauchen würdest, aber immer wieder von vorne anfangen musst. Das frustriert und führt zum nächsten Grund:

Das Gewicht bleibt stehen, weil du den Erfolg nicht mehr wahrnimmst und die Zügel schleifen lässt

Das ist Frust pur, und Du denkst, dass all Deine Bemühungen sich einfach nicht auszahlen. Was passiert? Es wird nicht mehr so drauf geachtet, weil es ja scheinbar doch egal ist und nichts bringt. Und dieser Denkfehler führt zu dem Verhalten, der dann die Abnahme noch schwerer macht: Kontrollverlust.

Wenns ja doch nichts bringt??? Ja, verstehen kann ich das nur zu gut, schließlich ging es mir genauso. Aber ist es tatsächlich so, dass es egal ist? Nein! Es ist nur Dein Hirn, dass Dich lieber in der Komfortzone sieht, weil es dort so schön sicher (und kuschelig) ist.

Du hast Stress und Dein körper schüttet Cortisol aus

Eine Cortisolausschüttung hat meist folgende „Nebenwirkungen“: Du hast mehr Hunger und Appetit. Übrigens hat man, wenn man zuwenig Schlaf bekommt, auch höhere Cortisolwerte im Blut. Studien haben ergeben, dass die Probanten mit nur wenig Schlaf viel mehr über den nächsten Tag aßen als üblich. Leider beeinflusst auch das „blaue Licht“, das Handys, PC-Bildschirme, Flachbildfernseher und das kalte Licht der Neonröhren oder LEDs ausstrahlen die Cortisolausschüttung und somit auch die Hormone des Körpers, der dann mit Appetit und Hunger reagiert.

 

Mögliche Lösungen:

Versuche, in Deinen Ernährungsplan genug Eiweiß einzuplanen. Das ist wichtig und wirkt dem Muskelabbau entgegen. Mache auf keinen Fall Nulldiäten. Du bekommst zuwenig wichtige Nährstoffe.

Versuche, ein Defizit zu erreichen, aber trotzdem viel zu essen, damit der Körper keinen Engpass vermutet. (Viel Gemüse, wenig Energiedichte = wenig Kalorien bei hoher Nährstoffdichte).

Versuche, Deinen Grundumsatz durch Bewegung hoch zu halten. Außerdem wird durch die Beanspruchung und Reizung der Muskulatur diese nicht so leicht abgebaut, wenn der Körper merkt, dass Du diese brauchst.

Versuche geduldiger zu sein, denn je näher Du Dich an Deinem Zielgewicht befindest, desto schwerer wird es, ein Defizit von 7000 Kalorien herzustellen, da Du ja immer weniger verbrauchst. Ziehe Deinen Sport und Deine Ernährung durch, auch wenn ein schweres Wochenende Dich vom Kurs abbringt. Schwamm drüber und weiter. Und nein, es ist nicht alles egal, nur weil Du einmal rückfällig geworden bist!

Gib Dir die Zeit, die Du brauchst. Nulldiät ist keine gute Idee, die schnellere Lösung ist  verführerisch, aber nicht immer die beste!

Diese „Jetzt ist´s eh egal“ Gedanken hat jeder, glaube mir! Versuche, Dein Gehirn mit den schönsten Illusionen Deines Ziels milde zu stimmen. In Gedanken. Stelle Dir vor, wie Du aussehen wirst, wenn du am Ziel bist und was das für Dich verändern würde. Male Dir dieses Bild im Kopf, sooft Du kannst. Die gedachten Emotionen, die das auslöst, sind vom Hirn nicht von realen Gefühlen zu unterscheiden. Umso öfter Du in Deinem Ziel badest, desto wichtiger wird es eingestuft und umso mehr kannst Du Dein Unterbewusstsein auf Gewichtsabnahme trainieren.

Versuche, genug zu schlafen und Dich möglichst viel im natürlichen Sonnenlicht aufzuhalten.

Versuche die Logi methode auszuprobieren, dann machst Du Nährstofftechnisch alles automatisch richtig. Hier findest Du die zwölf besten Tipps.

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Und nun wünsche ich Dir gutes Gelingen!

Bleib dran an Deinem Ziel und lass Dich nicht aus der Kurve werfen!

Bis bald, 

Sonja

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